Der Mythos des durchschnittlichen Nutzers

„…und die Frau vom CEO, die findet Grün so schön!“

Es ist immer das selbe. Grundsätzlich gehen alle Gestalter davon aus, dass der Nutzer genauso denkt wie der Gestalter eben selbst und dann schon weiss, wie der Hase läuft auf einer Webseite. Der Otto-Normal-Gestalter würde daher nur Seiten bauen, die fancy sind, aber auch elegant und natürlich irre kreativ und das Menü nie da ist, wo man es eigentlich vermutet, denn das wäre doch mal witzig.

Die Entwickler wissen ebenfalls genau, wie eine Webseite auszusehen hat, aber eben durch die Entwicklerbrille, das Marketing ebenfalls und der CEO hat auch seine ganz eigene Vorstellung davon, wie etwas auszusehen hat, was gut funktioniert. Und seine Frau auch. Da freuen sich dann alle am meisten.

Falls man sich also wieder in endlosen Diskussionen verheddert, wer denn nun am besten weiss, wie der Nutzer sich verhalten wird, dem sei dieses Video ans Herz gelegt. Nach einer Stunde Meeting, bei der dann auch bestimmt der Ruf nach dem durchschnittlichen Nutzer laut wird, ist das bestimmt erfrischend und augenöffnend:

Der Nutzer ist ein unberechenbares Wesen und egal wie banal und offensichtlich die Aufgabe erscheint, in der Theorie ist es schwer abzuschätzen, was und wie sich der Nutzer verhalten wird, denn wir sind selten fähig, unsere Brillen und Scheuklappen abzulegen, durch die wir auf unser Projekt blicken.

Steve Krug (Don’t make me think) schreibt zum Beispiel darüber in seinem Kapitel über „den Mythos des durchschnittlichen Nutzers“:

„All Web Users are unique and all web use is basically idiosyncratic. … There are no simple „right“ answers for most Web design questions. … The right kind of question to ask is “ Does this pull-down, with these items and this wording in this context on this page create good experience for most people who are likely to use this site?“

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